Bausparkassen kündigen tausende von Bausparverträgen

Wer einen Bausparvertrag abschließt, beabsichtigt in der Regel von diesem im Hinblick auf ein späteres Bauvorhaben zu profitieren. Allerdings sollte man hier zum Zeitpunkt der Zuteil auch wirklich reagieren und mit dem Bauvorhaben beginnen. Wenn dieses nicht geschieht, kann man – so wie es die jüngste Entwicklung – zeigt, mit einer unliebsamen Überraschung rechnen. Die Bausparkassen gehen zunehmend dahin, Verträge, bei denen die Bausparsumme seit vielen Jahren zugeteilt, aber nicht abgerufen wurde, zu kündigen. Der Grund liegt darin, dass nach Ansicht der Bausparkassen, allzu viele Sparer die Verträge dazu nutzen, diese wegen den im Vergleich zu anderen Spareinlagen deutlich höheren Zinsen als Spareinlage zu benutzen. Nicht nur Lebensversicherer sondern auch Bausparkassen leiden unter den extrem niedrigen Leitzinsen, die sich zurzeit auf einem Rekordtief von 0,05 Prozent befinden. Begonnen hat mit den Kündigungen die LBS. So wurden bereits im Jahr 2014 von der LBS Hessen und LBS Thüringen über 6.000 Altverträge gekündigt. Allerdings sind diese Kündigungen  nicht unumstritten. Verbraucherschützer sind der Ansicht, dass Verträge nicht gekündigt werden dürfen, solange die Bausparsumme nicht erreicht ist. Die Verbraucherschützer empfehlen, Widerspruch gegen solche Kündigungen einzulegen. Unbeachtet dessen hat nunmehr auch Schwäbisch Hall, die größte Bausparkasse Deutschlands, angekündigt, zum Jahresende die Verträge, zu kündigen, die „schon länger als zehn Jahre Zuteilungsreif  sind und bei denen Kunden das Bauspardarlehen bisher nicht in Anspruch genommen haben. Laut Information der  „Stuttgarter Nachrichten“ soll es sich dabei um ca. 50.000 Verträge handeln. Ob die von den Verbraucherschützern angeregten Widersprüche jedoch Zecke haben, bleibt jedoch abzuwarten. So hatte bereits die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) Anfang des Jahres das Vorgehen der Bausparkasse verteidigt. „Wenn Kunden ihre Verträge nicht zum Bau eines Hauses, sondern zum Sparen nutzten, so seien Kündigungen berechtigt“, so Elke König, Bafin-Präsidentin. Kleiner Trost für die betroffenen Bausparer ist wohl nur, dass diese das von ihnen bis zur Kündigung angesparte Geld auf die Bausparverträge zurück bekommen werden.

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