Extrem niedrige Hypothekenzinsen durch Brexit

Erfreulich für Häuslebauer

„Und wenn man glaubt es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her“. An dieses alte Sprichwort scheint man erinnert, wenn man die aktuellen Zinsen für Immobilienkredite betrachtet. Die Rolle des Lichtleins spielt dabei der Brexit. Nachdem es in den letzten Woche den Anschein hatte, dass die Zeiten extrem niedriger Zinsen bald der Vergangenheit angehören, hat das Brexit-Votum die Zinsen für Immobilienkredite auf ein „neues Rekordtief“ gedrückt. So sind Darlehen mit zehn Jahren Laufzeit realisierbar, die deutlich unter 1,3 Prozent liegen. Zu dieser Schlussfolgerung ist die Interhyp gekommen, die sukzessive Finanzierungsdaten von mehr als 400 Banken ausgewertet, mit denen sie zusammenarbeitet. Nach Ansicht der Interhyp sind die günstigen Zinssätze aber nicht ausschließlich eine Folge des Brexit, sondern auch eine Folge der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die hiermit versucht, der Konjunktur in Europa einen neuen Anschub zu geben.

Gut vergleichen

Von diesem extrem niedrigen Zinsniveau können nunmehr alle diejenigen profitieren, die sich zum jetzigen Zeitpunkt ihren Traum vom Eigenheim erfüllen wollen. Allerdings ist es auch bei allgemeinen Niedrigzinsen wichtig, die Finanzierungsangebote in Ruhe zu vergleichen. Der Grund liegt darin, dass sich bedingt durch die hohen Summen in Verbindung mit langen Laufzeiten Zinsunterschiede auch bei der zweiten Nachkommastelle des Zinssatzes bemerkbar machen. Allerdings sollte man bei der Vergleichsdauer nicht den Zins-Trend-Barometer außer Betracht lassen. Dieser zeigt an, dass die Hypothekenzinsen langfristig wieder steigen dürften. Grund hierfür ist nach Ansicht von Experten die Geldpolitik der US-Notenbank.

Höhere Tilgung?

Auch ist man sicherlich gut beraten, wenn man sich durch die niedrigen Zinsen nicht dazu verleiten lässt, bei der Rückzahlung die Zügel schleifen zu lassen. Vielmehr sollte man die Gelegenheit nutzen, der Tilgungshöhe einen höheren Stellenwert einzuräumen als vielleicht ursprünglich geplant. Gemeint ist damit, dass man hoch tilgt (zum Beispiel mit drei oder mehr Prozent), um Kreditkosten und Laufzeit möglichst gering zu halten. Umso erfreulicher ist dann der Zustand, wenn nach dem Ende der Zinsbindung die Anschlussfinanzierung teurer wird.

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