Geheimsprache der Immobilienmakler

Geheimsprache der ImmobilienmaklerDass so manche positiv erscheinende Floskel in einem Arbeitzeugnis eher das Gegenteil signalisiert, hat sich sicherlich im Laufe der Zeit herum gesprochen. Aber wie sieht es aus, wenn man auf der Suche nach einem neuen Haus oder einer neuen Eigentumswohnung ist und hierzu die Inserate von Immobilienmaklern studiert? Diese sind mittlerweile oft mit Hilfe von Superlativen so positiv formuliert, dass man scheinbar ein ganzes Vokabelheft benötigt, um die Floskel richtig zu deuten. Selbstverständlich ist es dass gute Recht von Immobilienmaklern, Kunden und Kaufinteressente mit Superlativen anzulocken. Ärgerlich ist es allerdings dann für den Interessenten, wenn sich das vermeintliche Traumhaus bei der Besichtigung als große Enttäuschung herausstellt. Beispiele hierfür gibt es viele. So bedeutet zum Beispiel die Formulierung „ Liebhaberobjekt“ meistens, dass die Immobilie renovierungsbedürftig oder sanierungsbedürftig ist. Das gleiche dürfte wohl auch für die Formulierung „Gut erhalten“ gelten. Das „Biotop im Garten“ erweist sich möglicherweise als ein stark riechender großer Komposthaufen und die „Umgebung mit hohem Freizeitwert“ ein stark von Wochenendausflüglern frequentiertes Gebiet. Auch die Formulierung „Nur wenige Autominuten von der City entfernt“ muss nicht unbedingt etwas vorteilhaftes bedeuten, sondern kann auch heißen, dass vielleicht dass kaum eine oder gar keine Bahn- und Busanbindung besteht. Ähnlich sieht es mit der Formulierung „Individuell geschnittene Wohnung“. Hier sollte man sich sofort fragen, für wen die Wohnung individuell zugeschnitten war. Für einen potenziellen Käufer kann dieses durchaus bedeuten, dass er sich vor einem Einzug neue Möbel kaufen muss. So gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Formulierungs-Beispiele, von denen man sich nicht täuschen lassen sollte. Das heißt allerdings noch lange nicht, dass jetzt der Berufsstand der Immobilienmakler schlecht gemacht werden soll, denn über einen solchen hat schon so mancher tatsächlich sein Traumhaus gefunden. Allerdings tut man gut daran, bei Superlativen in den Formulierungen gewisse Abstriche zu machen, um sich später eine Enttäuschung bei der Besichtigung zu ersparen.

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