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Immobilienkauf ohne Eigenkapital?

Derzeit locken die Niedrigzinsen und versprechen ein bezahlbares Eigenheim für Jedermann. Doch eine Frage stellt sich bei der ganzen Situation

Kann man ohne Eigenkapital wirklich eine Immobilie kaufen?

Warum nicht eine Wohnung oder ein Haus kaufen, statt weiter zur Miete zu wohnen und jedes Jahr immer mehr Geld an den Vermieter zu überweisen? Diese Überlegung stellen derzeit wohl viele Mieter an. Immobilienkredite sind zurzeit sensationell günstig. Das macht die Finanzierung viel leichter als noch vor ein paar Jahren.

Doch auf dem Weg zum Eigentum stoßen Mieter oft auf ein Hindernis: Sie haben kaum Eigenkapital. Deshalb überlegen viele Kaufinteressenten, wie sie trotz wenig Eigenkapital eine Immobilie finanzieren können.

„Finanztest“ (Ausgabe 06/2016) hat nun die Konditionen und Zinsen der Vollfinanzierungs-Kredite unter die Lupe genommen. BILD zeigt Ihnen hier fünf wichtige Ratschläge aus der aktuellen „Finanztest“:

 

spielkiste

Niedrige Zinsen locken Interessenten

Gerade jetzt ist es verlockend, eine Immobilie mit wenig Eigenmitteln zu kaufen, statt erst einmal jahrelang mehr Geld anzusparen. Nie zuvor waren die Zinsen für Baukredite so niedrig. Deshalb können viele die Monatsraten auch für hohe Kredite schultern. Wer lange zögert, riskiert dagegen, eine günstige Gelegenheit zu verpassen. In ein paar Jahren sind Immobilien vielleicht noch teurer als heute. Und die Zinsen könnten dann längst wieder gestiegen sein.

  • Auf eine Vollfinanzierung sollten sich dennoch nur Bauherren und Wohnungskäufer einlassen, die ein gutes und vor allem sicheres Einkommen haben – und wenigstens Grunderwerbsteuer, Notarkosten und Maklercourtage selbst zahlen können. Denn auch in Zeiten niedriger Zinsen bleibt die Finanzierung mit geringem Eigenkapital eine heikle Angelegenheit.

Finanzielle Risiken nicht unterschätzen

Wer den vollen Kaufpreis finanziert, weil das eigene Geld gerade mal für die Nebenkosten reicht, muss eine 30 bis 50 Prozent höhere Monatsrate zahlen als für eine 80-Prozent-Finanzierung.

  • Und es darf nichts schiefgehen. Denn es fehlt ein Sicherheitspuffer für den Fall, dass der Eigentümer sein Haus nach einigen Jahren wieder verkaufen muss. Dann ist das Risiko groß, dass der Verkaufserlös nicht ausreicht, um die Schulden zu bezahlen – zumal Kreditnehmer eine saftige Entschädigung an die Bank zahlen müssen, wenn sie den Kredit vorzeitig zurückzahlen.

Strenge Kreditprüfung

Banken kennen die Risiken einer Vollfinanzierung. Je weniger Eigenkapital der Kunde hat, desto strenger prüfen sie, ob die Immobilie ihren Preis wert ist und das Einkommen auf Dauer für die relativ hohe Kreditrate reicht. So erhalten Paare von der Volksbank Düsseldorf-Neuss nur dann einen Kredit in Höhe des Kaufpreises, wenn ein Partner genug verdient, um die Kreditrate notfalls auch alleine zu zahlen.

  • Mitunter verlangen Banken auch den Abschluss einer Restschuldversicherung. Oder sie wollen Zusatzsicherheiten als Pfand, etwa eine bestehende Kapitallebensversicherung oder ein Wertpapierdepot.

Finanzierung aller Kosten

Besonders teuer wird es, wenn der Kunde sogar die Nebenkosten auf Kredit finanziert. Der Zinssatz liegt dafür oft einen vollen Prozentpunkt über den Top-Konditionen der Bank – sofern sie bei so hohen Summen noch mitspielt.

  • Bei den meisten Banken ist spätestens beim Kaufpreis das Kreditlimit erreicht. Mehr Geld geben viele nur im Einzelfall zu individuellen Konditionen. Wie viel der Kunde zahlen muss, hängt dann stark davon ab, wie die Bank seine Bonität einschätzt.

Fazit von „Finanztest“: Mehr Schulden machen, als die Immobile wert ist – das ist wegen der Risiken und der hohen Kosten nicht ratsam.

3 thoughts on “Immobilienkauf ohne Eigenkapital?

  1. Jorgev

    Gerade jetzt ist es verlockend, eine Immobilie mit wenig Eigenmitteln zu kaufen, statt erst einmal jahrelang mehr Geld anzusparen. Nie zuvor waren die Zinsen für Baukredite so niedrig. Deshalb können viele die Monatsraten auch für hohe Kredite schultern. Wer lange zögert, riskiert dagegen, eine günstige Gelegenheit zu verpassen. In ein paar Jahren sind Immobilien vielleicht noch teurer als heute. Und die Zinsen könnten dann längst wieder gestiegen sein.

     
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  2. Hans

    Ich finde es gut, dass hier auch auf die finanziellen Risiken einer solchen Investition aufmerksam gemacht werden. Je nach Situation des Käufers kann es sinnvoller sein eine Immobilie über eine Wohnungsbaugenossenschaft zu erwerben.

     
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