Steigen die Hypothekenzinsen wieder dauerhaft?

Es scheint so, dass die Zeiten in denen sich angehende Bauherren mit extrem niedrigen Hypothekenzinsen ein sanftes Ruhekissen schaffen konnten, vorbei sind. Zwar befanden sich die Zinsen auch in den ersten Monaten dieses Jahres weiter im „Sinkflug“, doch in den Monaten Mai und Juni 2015 stiegen die Hypothekenzinsen wieder.  So haben die ersten Hypothekengeber damit begonnen, die Zinsen für Baudarlehen anzuheben und dieses zum Teil über alle Laufzeiten hinweg um durchschnittlich 0,2 Prozentpunkte. Dieses scheint auf den ersten Blick nicht allzu viel, denn vielfach werden Hypothekenzinsen  von vielen Banken bei einer Laufzeit von zehn Jahren noch unter zwei Prozent angeboten. Bei einer zwanzigjährigen Laufzeit stellen sich diese noch günstiger. Aber dennoch ist zu befürchten, dass sich ein Trend zu höheren Zinsen einstellt. Der Grund hierfür liegt nach Ansicht von Experten auf den gleichfalls steigenden Zinsen am Pfandbriefmarkt. Pfandbriefe werden üblicher Weise von Hypothekenbanken zur Refinanzierung von Hypothekendarlehen ausgegeben. Fordert nun der Geldmarkt höhere Coupons auf Pfandbriefe, verteuert sich auch die Geldbeschaffung von Hypothekenbanken. Das hat dann zwangsläufig die Folge, dass die Banken auch die Darlehenszinsen erhöhen. So wird also schnell klar, dass Pfandbriefkurse ein wichtiger Indikator für die weitere Zinsentwicklung sind. Allerdings ist es so, dass nach wie vor Unsicherheit auf den Geldmärkten herrscht.

So weiß z. B. niemand, ob und wie die Europäische Zentralbank (EZB) auf die aktuelle Krise in Griechenland reagieren wird. Daher wagen selbst Experten nicht, sich auf einen dauerhaften Anstieg der Hypothekenzinsen festzulegen. Dennoch scheint es vielleicht ratsam, mit einem geplanten Bauvorhaben jetzt schon zu beginnen um sich die zurzeit immer noch günstigen Hypothekenzinsen zu sichern. Aber unabhängig von der Zinsentwicklung muss eine Finanzplanung für ein gewünschtes Eigenheim stets gut durchdacht sein und auf sicheren Füssen stehen, So gilt nach wie vor die Faustregel, dass  20 bis 30 Prozent der Kosten beim Hauskauf über Eigenkapital abgedeckt werden sollten. Auch die monatliche Belastung sollte auf längere Sicht tragbar sein.

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