Widerruf Darlehensvertrag – Geld sparen

Profitieren Sie jetzt noch von den niedrigen Zinsen

Wir sprachen mit der Rechtsfachwirtin Vivien Schwägler (Flegl Rechtsanwälte GmbH ) über den Widerruf des Darlehensvertrags

 

Widerruf Darlehensvertrag? Warum ist das für Verbraucher so ein interessantes Thema? Was ist beim Widerruf eines Darlehens alles zu beachten?

Es existieren sehr viele Verbraucherdarlehensverträge, die ab dem 01.08.2002 abgeschlossen worden sind. Bemerkenswert an dieser Banalität ist jedoch, dass noch heute viele von diesen Darlehen widerrufen werden können. Davon umfasst sind sogar solche Verträge, die in der Zwischenzeit beendet oder gar umgeschuldet worden sind. Durch eine gesetzliche Neuregelung gilt dies allerdings nicht für Darlehensverträge über Immobilien, die im Zeitraum vom 01.09.2002 bis einschließlich 10.06.2010 abgeschlossen wurden.

Durch das Widerrufsrecht zu einem Darlehensvertrag können Sie sich als Verbraucher von einem teuren Vertrag verabschieden, eine etwaige Vorfälligkeitsentschädigung vermeiden und von den aktuell – historisch niedrigen – Zinsen profitieren.

 

Die Widerrufsfrist hat entscheidende Bedeutung

Warum kommt der Widerrufsfrist von 14 Tagen eine entscheidende Bedeutung zu? Wenn die Frist nicht angelaufen ist, kann sie auch nicht abgelaufen sein. Die Folge davon ist dann, dass Darlehensverträge grundsätzlich, selbst heute noch, von Verbrauchern widerrufen werden können. Das ist für viele Darlehensnehmer interessant, weil sich ihnen im Falle einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung die Möglichkeit bietet, eine Vorfälligkeitsentschädigung zu vermeiden, indem sie ihr Widerrufsrecht zum Kreditvertrag ausüben. Nun stellt sich allerdings die Frage, wann die Widerrufsfrist nicht anläuft.

Die Frist zum Widerruf läuft dann nicht an, wenn Sie als Verbraucher keine oder eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung von der Bank erhalten haben. So muss eine Widerrufsbelehrung gewisse Pflichtangaben enthalten, die von den Gerichten recht streng gesehen werden. Viele Banken sind aber hergegangen und haben die gesetzlich vorgesehene Widerrufsbelehrung modifiziert. Häufig sehen die Gerichte darin eine Fehlerhaftigkeit, was dann wiederum dazu führt, dass die Widerrufsfrist nicht angelaufen ist.

Sie als Verbraucher haben dann nach wie vor das Recht, Ihren Darlehensvertrag gegenüber dem finanzierenden Kreditinstitut zu widerrufen!

Lediglich beispielhaft sei eine von vielen Möglichkeiten zum Widerruf von einem entsprechenden Vertrag genannt:

In dem konkreten Fall hatte eine Bank das Anlaufen der Widerrufsfrist unter die Bedingung gestellt, dass der Kunde auch über die zuständige Aufsichtsbehörde informiert wird. Dummerweise teilte die Bank dem Verbraucher aber nicht mit, um welche Aufsichtsbehörde es sich handelt. Folge davon war, dass die Widerrufsfrist nicht angelaufen war und der Verbraucher nach wie vor ein Widerrufsrecht hatte. Er übte den Widerruf von Darlehen und entsprechendem Vertrag also rechtmäßig aus. Zu diesem Sachverhalt existiert ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 22.11.2016. Das dortige Aktenzeichen lautet XI ZR 434/15.

 

 

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